Bei Brechanlagen wird die Produktivität einfach in Tonnen pro Stunde gemessen.
Das Drehmomentmanagement kann für Maschinen, die gelegentlich Überlastereignissen standhalten müssen, von entscheidender Bedeutung sein.
Das ist aber nur ein Teil der Geschichte. Ob Hartgestein, Abbruchabfälle oder recycelte Zuschlagstoffe verarbeitet werden – Brecher arbeiten unter höchst unvorhersehbaren Bedingungen.
Die Materialeigenschaften können sich schnell ändern, die Zufuhr ist selten perfekt und Überlastungsereignisse stellen ein ständiges Betriebsrisiko dar.
Traditionelle Antriebsstränge basierten historisch gesehen auf einer direkten mechanischen Kraftübertragung vom Motor zum Brecher. Dies ist zwar im Allgemeinen eine robuste Methode, kann aber beim Anfahren, bei Verstopfungen oder beim Eindringen von nicht brechbarem Material in die Brechkammer plötzlichen Drehmomentspitzen ausgesetzt sein.
Die Folgen dieser Szenarien werden beschleunigter Verschleiß, Ermüdung des Antriebsstrangs, verlängerte Wartungsintervalle und möglicherweise kostspielige Ausfallzeiten sein.
„Von Brechanlagen wird erwartet, dass sie große Lastschwankungen aushalten und gleichzeitig eine kontinuierliche Produktion gewährleisten“, sagt Gianluca Pagani, Technischer Direktor und F&E-Direktor bei Transfluid, einem globalen Hersteller, der sich auf fortschrittliche Industrie- und Schiffskomponenten spezialisiert hat.
„Die Herausforderung“, fügt er hinzu, „besteht darin, dass mechanische Systeme von Natur aus nicht gut auf Stöße reagieren, und je aggressiver die Betriebsumgebung wird, desto wichtiger wird ein kontrolliertes Drehmomentmanagement.“
Im Bereich der mobilen Brechanlagen setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass Kraftübertragungssysteme nicht als passive mechanische Verbindungen betrachtet werden sollten, sondern eine aktive Rolle bei der Lastkontrolle, der Stabilisierung der Leistung und dem Schutz kritischer Komponenten spielen müssen.
Dies zeigt sich beispielsweise in der Verwendung von hydrodynamischen Kupplungen mit variabler Füllmenge, die das Drehmoment über ein Fluidmedium und nicht durch direkten mechanischen Kontakt übertragen.
Durch die Steuerung der Drehmomentübertragung beim Anfahren und im Betrieb reduzieren diese Systeme mechanische Stöße und sorgen für einen reibungslosen Ablauf zwischen Motor, Elektromotor und Brecher.
Dies ermöglicht dem Bediener einen kontrollierten Anlauf unter Last. Zudem reduziert es die Belastung von Getrieben und Antriebssträngen und trägt zur Verbesserung der Systemstabilität bei Betriebsbedingungen mit schwankendem Leistungsbedarf bei.
Sowohl für diesel- als auch für elektrisch betriebene Maschinen basieren Technologien wie die KPT-Hydraulikkupplungen mit variabler Füllmenge von Transfluid auf diesem Prinzip.
„Das System verwendet eine extern angetriebene Ölförderpumpe und eine elektrisch betätigte Ventilanordnung, um den Ölfluss innerhalb der Kupplung zu regulieren, was ein reibungsloses Einkuppeln und eine kontrollierte Drehmomentübertragung ermöglicht“, sagt Samuele Aguggiaro, Leiter der mechanischen Forschung und Entwicklung bei Transfluid.
Das Ergebnis ist nicht nur ein sanfteres Anlaufverhalten, sondern auch die Fähigkeit, den Antriebsmotor vor schädlichen Lastbedingungen zu schützen.
Laut Aguggiaro „ist die Branche über die einfache Frage hinausgegangen, ob eine Maschine unter Last anlaufen kann.“
Die Maximierung der Betriebszeit und Lebensdauer ist bei Brechern von immenser Bedeutung, da einige dieser Anlagen riesig und enorm kostspielig sein können.
„Der Fokus liegt nun darauf, wie diese Last während des gesamten Betriebszyklus intelligent gesteuert wird, denn das wirkt sich direkt auf die Lebensdauer der Komponenten, den Kraftstoffverbrauch, die Energieeffizienz und die Betriebszeit aus.“
Für OEMs ist die Zuverlässigkeit des Antriebsstrangs mit zunehmender Leistungsfähigkeit der Maschinen immer wichtiger geworden – und damit steigen auch die Kundenerwartungen hinsichtlich der Betriebszeit.
Moderne Brechanlagen sind oft in abgelegenen oder kostenintensiven Umgebungen im Einsatz, wo ungeplante Ausfallzeiten unmittelbare betriebliche und damit finanzielle Konsequenzen haben.
Dies gilt insbesondere für Anwendungen im Bereich des urbanen Recyclings, wo Auftragnehmer oft mit engen Zeitplänen, schwankendem Ausgangsmaterial und dem Druck der lokalen Behörden konfrontiert sind, Beeinträchtigungen zu minimieren.
Unter diesen Bedingungen können eine gleichmäßigere Drehmomentabgabe und ein integrierter Überlastungsschutz erhebliche betriebliche Vorteile bieten.
Hydrodynamische Kupplungen tragen zur Vibrationsdämpfung bei und reduzieren die Übertragung von Stoßbelastungen über den Antriebsstrang. Dies verlängert die Lebensdauer der verbundenen Komponenten und somit auch die Betriebsdauer des Brechers.
Darüber hinaus sind Technologien, die die Wartung vereinfachen und den Instandhaltungsaufwand vor Ort reduzieren, stets willkommen. Dazu gehört die externe Montage von Komponenten wie Ölfiltern, Förderpumpen und Steuerventilen.
Die Möglichkeit, den Motor von der Last zu trennen, unterstützt auch das unbelastete Aufwärmen und die kontrollierte Beschleunigung und trägt so zur Reduzierung der Belastung während der Anlaufvorgänge der Maschine bei.
Mit der zunehmenden digitalen Vernetzung von Brech- und Siebanlagen entwickeln sich auch die Antriebssysteme über einfache mechanische Funktionen hinaus weiter.
Elektronische Managementsysteme werden zunehmend in Kopplungstechnologien integriert, um Überwachung, Diagnose und Fernsteuerung des Betriebs zu ermöglichen.
Systeme wie die MPCB-Managementplattform von Transfluid können Eingangs- und Ausgangsgeschwindigkeiten überwachen, Kopplungsparameter verfolgen, Alarmsignale an zentrale Kontrollräume senden und die Implementierung von Verriegelungslogik unterstützen.
Bei dieselbetriebenen Anwendungen können Managementsysteme auch Drehmoment und Leistung messen und gleichzeitig den Bedienern helfen, die Ein- und Ausrückprofile zu optimieren.
Für die Betreiber ist dies Teil eines begrüßenswerten Trends in der Branche hin zu vorausschauender Wartung und operativer Transparenz.
„Im Recycling- und Zuschlagstoffsektor stehen die Betreiber unter Druck, die Verfügbarkeit zu maximieren und gleichzeitig die Wartungskosten zu kontrollieren“, sagt Pagani. „Eine bessere Transparenz des Antriebsstrangverhaltens ermöglicht es, Probleme frühzeitig zu erkennen und Ausfälle zu vermeiden, die zu größeren Produktionsunterbrechungen führen.“
Brechanlagen werden regelmäßig in abgelegenen Gebieten betrieben, in denen ungeplante Ausfallzeiten einen längeren Betriebsstillstand bedeuten könnten.
Diese Art der Überwachung gewinnt mit der zunehmenden Elektrifizierung von Brechanlagen an Bedeutung. Elektrische Antriebe können sofort ein hohes Drehmoment liefern, was bei Beschleunigung und Lastwechseln zusätzliche Anforderungen an die Getriebesysteme stellt.
Daher wird die kontrollierte Drehmomentsteuerung zunehmend als wichtiger Faktor für die Leistungsfähigkeit sowohl von Diesel- als auch von Elektromaschinen angesehen.
Der umfassendere Wandel in den Bereichen Brechen, Sieben und Recycling beschränkt sich nicht allein auf das Hinzufügen neuer Komponenten. Er spiegelt vielmehr einen grundlegenden Wandel in der Bewertung der Maschinenleistung wider.
Historisch gesehen wurden Antriebssysteme oft als zweitrangig gegenüber Durchsatz oder installierter Leistung betrachtet. Heute legen OEMs und Endanwender größeren Wert auf die Gesamtbetriebskosten, die Lebensdauer der Anlagen und die Betriebssicherheit.
Und das verändert die Rolle der Kraftübertragungstechnologien im Maschinenbau.
Anstatt als mechanische Verbindungselemente zu fungieren, werden Systeme wie variable Flüssigkeitskupplungen heute Teil einer umfassenderen Strategie zur Verbesserung der Zuverlässigkeit, Effizienz und des Maschinenschutzes.
Für eine Branche, die unter zunehmendem Druck steht, die Produktivität zu steigern und gleichzeitig das Betriebsrisiko zu reduzieren, könnte sich die Fähigkeit, das Drehmoment aktiv zu steuern, anstatt es einfach nur zu übertragen, als eine der entscheidenden technischen Prioritäten der nächsten Generation von Brechanlagen erweisen.
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